﻿Zartenow · Pressetexte · Stand 26.10.2026
Frei zur Übernahme, auch gekürzt. Zahlen tagesaktuell.

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KURZMELDUNG (643 Zeichen)
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Neustrelitz/Zartenow. 146 Menschen wohnen inzwischen in Zartenow, einem Dorf, das es nur im Roman „Meisterwerk mit Kaltem Hund“ des Neustrelitzer Autors Sven Truderung gibt und im Netz unter zartenow.de. Die Einwohner stimmen in einer Dorfversammlung ab, übernehmen Ehrenämter und beschweren sich beim Beschwerdeamt. Unter dem Ortsnamen steht auf Beschluss der Einwohner „Heimat des Kalten Hundes.“. Bis zum Badesteg fehlen noch 4 Einwohner. Einziehen ist kostenlos und dauert eine Minute. Der Roman ist am 1. September bei tredition erschienen. Die nächste Lesung ist am Fr 13.11.2026, 18 Uhr, Bürgerbegegnungszentrum „Alte Feuerwehr“, Mirow.

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146 Einwohner in einem Dorf, das es nicht gibt

Neustrelitz/Zartenow. Zartenow hat eine Kirche, einen See, ein Rathaus und 146 Einwohner. Nur gibt es das Dorf nicht: Es stammt aus dem Roman „Meisterwerk mit Kaltem Hund“ von Sven Truderung, der in Neustrelitz lebt. Im Netz, unter zartenow.de, kann man dort einziehen. Wer Vornamen und E-Mail-Adresse angibt, bekommt eine Anschrift, eine Urkunde mit Dorfstempel und auf Wunsch ein Klingelschild.

Was danach passiert, entscheiden die Einwohner selbst. In der Dorfversammlung haben sie bisher 7 Beschlüsse gefasst. Auf die Frage „Was soll man vom Kirchturm aus zuerst sehen?“ antworteten sie: „Den See“. Auf die Frage „Was steht auf dem Schild am Steg?“ antworteten sie: „Enten haben Vorfahrt“. Unter dem Ortsnamen steht auf Beschluss der Einwohner „Heimat des Kalten Hundes.“. 12 Ehrenämter sind besetzt, darunter Ortsschildwart, Bademeister am Badesteg, Taubenbeauftragter. Häufigster Grund für eine Beschwerde beim Beschwerdeamt: „Der Kalte Hund war alle“.

Auch echte Behörden haben dem erfundenen Dorf geantwortet. Der Landrat des Landkreises Mecklenburgische Seenplatte schrieb zur Bewerbung beim Wettbewerb „Unser Dorf hat Zukunft“, der Tourismusverband nahm Zartenow als literarischen Botschafter auf, „wenn auch vorerst nur ideell“. Beide Briefe hängen im Netz aus.

Bis zum Badesteg fehlen noch 4 Einwohner. Mit jedem Zuzug wächst das Dorf auf dem Bauschild: Badesteg, Kirchturm, Glocke, Dorfladen.

Der Roman selbst erzählt von einem Gemälde in der Dorfkirche, das von Adolph Menzel stammen könnte, und von einer Frau, die es im Winter 1945 auf der Flucht aus Pommern nach Mecklenburg trug. „Meisterwerk mit Kaltem Hund“ ist am 1. September bei tredition erschienen (Softcover 16,90 €, Hardcover 25,00 €, E-Book 9,99 €). Die nächste Lesung ist am Fr 13.11.2026, 18 Uhr, Bürgerbegegnungszentrum „Alte Feuerwehr“, Mirow.

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HINTERGRUND (3969 Zeichen)
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Zartenow: Wie ein Romandorf Einwohner bekommt

Das Dorf: Zartenow ist ein erfundenes Dorf aus dem Roman „Meisterwerk mit Kaltem Hund“ von Sven Truderung. Im Netz hat es inzwischen echte Einwohner: Leser, die eingezogen sind, Ämter übernehmen und über ihr Dorf abstimmen. Im Roman liegt Zartenow an einem See der Mecklenburgischen Seenplatte, ungefähr dort, wo in Wirklichkeit Userin liegt. Seit dem Sommer 2026 kann man unter zartenow.de dort einziehen. Heute zählt das Dorf 146 Einwohner, in den letzten 30 Tagen sind 27 dazugekommen.

So funktioniert es: Wer einzieht, gibt Vornamen und E-Mail-Adresse an und bestätigt per Mail. Dann teilt das Einwohnermeldeamt eine Anschrift zu, stellt eine Urkunde aus und schraubt auf Wunsch ein Klingelschild ins öffentliche Einwohnerverzeichnis. Einwohner grüßen ihre Nachbarn über die Poststelle, hängen Zettel ans Schwarze Brett, beschweren sich beim Beschwerdeamt und stimmen in der Dorfversammlung ab. Sonntags lost das Rathaus Ehrenämter aus, vom Glöckner über den Bademeister bis zum Taubenbeauftragten. Wer ein Amt hat, entscheidet mit über die Beschwerden der anderen. Das Amt führt Hanne Voss, eine Figur aus dem Roman, trocken und gründlich. Kosten entstehen keine. Namen erscheinen nur, wenn jemand das ausdrücklich will.

Beschlüsse: Auf die Frage „Was soll man vom Kirchturm aus zuerst sehen?“ antwortete die Versammlung „Den See“ (12 von 26 Stimmen, 19.10.2026). Auf die Frage „Was steht auf dem Schild am Steg?“ antwortete die Versammlung „Enten haben Vorfahrt“ (19 von 30 Stimmen, 12.10.2026). Auf die Frage „Darf die Wochenschau mit einem Rezept enden?“ antwortete die Versammlung „Nur zu Feiertagen“ (19 von 41 Stimmen, 05.10.2026). Jeder Beschluss wird umgesetzt, jedenfalls in Zartenow.

Das Bauschild: Das Dorf wächst in Vorhaben. Bei 150 Einwohnern wird der Badesteg instand gesetzt, danach öffnet der Kirchturm, die Glocke läutet wieder, und bei 200 Einwohnern öffnet der Dorfladen. Wer einzieht, solange ein Vorhaben läuft, bekommt eine Siegelmarke, die es danach nicht mehr gibt. Bis zum Badesteg fehlen noch 4 Einwohner.

Amtspost: Die Gemeinde Zartenow hat im Juli Anträge an echte Stellen geschickt. Der Landrat des Landkreises Mecklenburgische Seenplatte antwortete am 31. Juli zur Bewerbung beim Kreiswettbewerb „Unser Dorf hat Zukunft“ und verwies auf die Teilnahmebedingungen für real existierende Gemeinden. Der Tourismusverband Mecklenburgische Seenplatte lehnte den Mitgliedsantrag im August ab und hieß Zartenow zugleich als literarischen Botschafter willkommen. Anträge an die Deutsche Post (eigene Postleitzahl) und an Google sind noch unbeantwortet.

Der Roman: Julia verbringt einige Wochen im leeren Haus ihrer verstorbenen Großmutter in Zartenow, einem Dorf an einem See der Mecklenburgischen Seenplatte. Nach einem Sommergewitter entdeckt ein Berliner Kunsthistoriker in der beschädigten Dorfkirche ein Gemälde, das in keinem Werkverzeichnis steht und von Adolph Menzel stammen könnte. Das Dorf kennt das Bild seit siebzig Jahren, braucht Geld für das Kirchendach und hat eigene Pläne. Eine zweite Erzählebene führt in den Winter 1945: Eine Frau trägt das Bild auf der Flucht aus Pommern unter dem Mantel nach Mecklenburg. „Meisterwerk mit Kaltem Hund“ ist am 1. September 2026 bei tredition erschienen: Softcover 16,90 €, ISBN 978-3-384-92685-2, 232 Seiten; Hardcover 25,00 €, ISBN 978-3-384-92686-9; E-Book 9,99 €, ISBN 978-3-384-92687-6.

Der Autor: Sven Truderung lebt in Neustrelitz an der Mecklenburgischen Seenplatte, dem Schauplatz seines Romans, und führt dort ein IT-Unternehmen. Eine Linie seiner Familie reicht nach Pommern zurück. „Meisterwerk mit Kaltem Hund“ ist sein zweiter Roman nach dem Tech-Thriller „Das Turing-Paradoxon“. Er liest auf einer Reise durch die Region. Die nächste Lesung ist am Fr 13.11.2026, 18 Uhr, Bürgerbegegnungszentrum „Alte Feuerwehr“, Mirow.

Weitere Informationen, Zahlen und Fotos: zartenow.de/presse/ · Buch: meisterwerk-mit-kaltem-hund.de

